Drumming 5.0

Torsten Zwingenberger

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NEW ORLEANS SHAKERS

Warum von Hand gemachte Musik den programmierten Gegenstücken noch immer überlegen ist, demonstrieren Konzert für Konzert die New Orleans Shakers mit ihrem Drummer Torsten Zwingenberger. Seine dynamischen Beats haben das, was man einer digitalen Konsole nie entlocken kann: S e e l e.

New Orleans Shakers, Hamburg 2015, photo Christa Brockmann

Torsten Zwingenberger beweist mit den "New Orleans Shakers", dass er in vielen Spielarten des Jazz zuhause ist. Bereits 1977 gründet er mit Thomas L‘Etienne und Kurt Tomm diese Band, bevor er sich nach drei Jahren anderen Projekten zuwendet. Stücke aus dem „Golden Age“ des Jazz stehen auf dem Programm. Stücke, in denen Gefühl und einprägsame Simplizität vorherrschend sind. Ein Zufall führt die Band im Jahr 2009 wieder zusammen.

Im Sinne der saftig-erotischen Konnotationen des frühen Jazz weiß der charmante Klarinettist Thomas L'Etienne, dass Jazz nur dann authentisch ist, wenn er mit dem rechten Schmuddelfaktor gespielt wird. In diesem Sinne lässt er Jazz-Akademismus und Notengeprotze sein und geht in melodiensatter Sinnlichkeit auf. Ein bisschen Verruchtheit ist schon dabei, wenn die Band in einem gekonnten Crossover Elemente des alten New Orleans Jazz und verschiedene Stile aus der Karibik mischt. Torsten Zwingenberger brilliert dabei mit seiner virtuosen Schlagzeugtechnik "Drumming 5.1" für das leicht federnde "Swing-feeling".

Für eine New-Orleans-Band ist es eine unübliche Besetzung, statt drei Bläsern gibt es nur einen. Das ist eine besondere Herausforderung an die Virtuosität der Bandmitglieder und Ausdruck ihrer Experimentierfreudigkeit. Ihre Neugierde führt sie zu modernen, zeitgemäßen Interpretationen alter Jazztradition. So wie auch jedes Jahr der Mardi Gras in New Orleans neu erlebt und gelebt wird. So spürt man bei den Konzerten der NEW ORLEANS SHAKERS ihre mitreißende Lust an der Musik, die die Zuschauer immer wieder aufs Neue begeistern.

Die NEW ORLEANS SHAKERS sind:

Thomas L’Etienne: Klarinette, Saxophon & vocals
Jan Hendrik Ehlers: Piano
Oliver Karsten: Kontrabass
TEASY/Torsten Zwingenberger: Drums/Percussion

Details

Thomas L‘Etienne begann 1971 mit dem Klarinettenspiel. Wenig später folgte das Saxophon.1982 brach Thomas seine Promotion in deutscher Literatur ab, um in der Band von Lillian Boutté sein Glück als professioneller Musiker zu suchen. Während der vielen Jahre, in der Thomas Mitglied und Bandleader von Lillian Boutté and her Music Friends war, trat er auf fast allen bedeutenden Jazzfestivals Europas, der USA und auch Australiens, Neuseelands und Asiens auf. Zahlreiche Platten und CDs spielte er ein. Auf diesen ist Thomas unter anderem mit Edward Frank, dem genialen Pianisten aus New Orleans, der viele Jahre sein Mentor war, mit Lloyd Lambert, Doctor John, Jeanette Kimball und Humphrey Lyttleton zu hören. Er wurde dann als erfolgreicher Arrangeur bekannt. Auch viele seiner zahlreichen Kompositionen wurden mittlerweile auf CDs eingespielt und auch von anderen Künstlern interpretiert. In New Orleans ist er innerhalb der Musikergemeinde hoch respektiert. Während sein Klarinettenstil nach wie vor durch die kreolische Schule eines Barney Bigards, Albert Nicholas oder Jimmie Noones geprägt ist, zeigt sein Saxophonspiel deutliche Einflüsse von Ben Webster, Charlie Parker, Gene Ammons und “Lockjaw“ Davies. Auch die großen New Orleans Rhythm & Blues Saxophonisten Lee Allen und David Lastie, mit welchem Thomas häufig spielte, haben ihn nachdrücklich beeindruckt. Später entdeckte Thomas seine Liebe für die traditionelle Musik Martiniques und besonders für die brasilianische Choro-Musik, die sein Spiel nachdrücklich inspiriert hat.

Jan-Hendrik Ehlers, geboren 1975 in Bremerhaven, zählt zu den erfahrensten Stride- und Ragtime-Pianisten seines Alters. Besondere Vorbilder sind Jelly Roll Morton, James P. Johnson, Fats Waller u.a. Er ist einer der gefragtesten Pianisten des traditionellen Jazz in Norddeutschland und leitet auch eigene Formationen. Ausserdem unterrichtet er Klavier.

Oliver Karstens begann 1988 E-Bass zu spielen und entdeckte 1990 den Kontrabass für sich. Mit der Bigband Blechschaden spielte er u.a. mit Joe Gallardo, Uli Beckerhoff, Ben Herman, Bob Mintzer und Maria Schneider. Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover bei Detlev Beier. Sein gruppendienliches Spiel und sein unbestechliches Timing machen ihn zu einem idealen Begleiter. Aufgrund seiner großen stilistischen Bandbreite ist er ein gefragter Sideman für so unterschiedliche Künstler wie Roger Cicero, Anett Louisan, Ulita Knaus, Jason Marsalis, Dusko Goykovitch und das Glenn Miller Orchestra.
Konzerte, Tourneen und CD-Produktionen mit Anna Depenbusch, Sandra Hempel 4tett, Joscheba, Jazzhaus Orchestra Hamburg, Norbert Susemihl, Florian Poser Vibes Trio und Dan Gotshall's Artful Earfull.

Der Schlagzeuger TEASY/Torsten Zwingenberger zählt zu den umtriebigsten Persönlichkeiten der deutschen Jazzszene. Über hundert Konzerte im Jahr, internationale Tourneen und zahlreiche Projekte als Bandleader sowie als Sideman stehen auf seiner Agenda. Bereits als Mitzwanziger arbeitete er mit Jazzlegenden wie Buddy Tate, Harry „Sweets“ Edison und Joe Pass zusammen.
Darüber hinaus hat er mit Drumming 5.1 eine spezielle Technik des Schlagzeugspiels entwickelt, für die er das klassische Drumset um vielfältige Perkussionsinstrumente erweitert und mit artistischer Präzision aller vier Gliedmaßen bespielt.